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  • »Hildchen« ist weiblich
  • »Hildchen« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 3 449

Vorname: Renate

Arten: THB

Wohnort: Plogoff/Frankreich

Beruf: -

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1

Sonntag, 20. Juli 2008, 09:23

erstes Gelege /Eure Erfahrungen ?

Hallo liebe Mitglieder,

meine ersten und teilweise 2. Gelege sind geschlüpft.
Schon jetzt kann ich sagen, daß die Qualität der zweiten Gelege viel besser ist.

Bei den ersten Gelegen waren einige Eier nicht befruchtet, bzw. hatte ich dieses Jahr sogar einen Schlüpfling der schon im Ei gestorben ist.
( Und den traurigen Fall mit dem kleinen Schlüpfling der nicht fressen konnte ).
Das 2. Gelege von zwei meiner Weibchen hatte 100% Schlupf.
Habt Ihr eine Erklärung dafür ?
Was kann man tun um auch das erste Gelege zu verbessern ?
Futter gibt es bei uns auch im zeitigen Frühjahr reichlich.
:hä
lg
Renate
Signatur von »Hildchen« Wer Tiere quält, ist unbeseelt
und Gottes guter Geist ihm fehlt.
Mag noch so vornehm drein er schaun,
man sollte niemals ihm vertrauen.

Johann Wolfgang von Goethe

Der Inhalt dieses Beitrags spiegelt lediglich die Meinung des Benutzers Hildchen verfasst am Sonntag, 20. Juli 2008, 09:23 Uhr wider, nicht aber die der Forenbetreiber, Administratoren und Moderatoren des Forums, welche sich hiermit ausdrücklich von diesem Beitrag distanzieren. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung


2

Sonntag, 20. Juli 2008, 17:40

Hallo Renate,
ist ja interessant, dass es bei dir auch so ist. Ich habe bei den Erstgelegen auch immer wieder unbefruchtete Eier dabei bzw. manche sterben im Frühstadium ab. Die Schlupfrate bei den Zweitgelegen ist durchgehend prima. Man sollte nur noch Zweitgelege ausbrüten!
Meine Theorie ist, dass zum Zeitpunkt der Befruchtung bei uns noch nicht die richtigen Temperaturen erreicht werden. Dieses wirkt sich entweder auf die Spermaqualität des Männchens oder auf die Follikelbildung beim Weibchen aus. Da dies Phänomen bei meinen 5 Weibchen unterschiedlich ausgeprägt ist, glaube ich eher dass es mit den Weibchen zu tun hat.
Bin gespannt, ob noch jemand etwas dazu sagen kann.
Grüße,
Gunda

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  • »Inge« ist weiblich

Beiträge: 7 473

Vorname: Inge

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3

Sonntag, 20. Juli 2008, 17:48

Hi ihr,
ich hab da nur eine Zwischenfrage.
Kanns auch sein das die ersten Gelege von der Paarung im Herbst stammen, oder seit ihr euch sicher das diese erst im Frühjahr stattfand, bzw. könnte da auch eine Vorratsbefruchtung erfolgt sein? Es gibt ja so viele Unklarheiten, die auch oft niemand beseitigen kann. Sind halt unerforschte geheimnisvolle Tiere, unsere Schildkröten :)
lg
Inge
Signatur von »Inge« Strebe niemals nach den Dingen, die auch Dümmeren gelingen-
wohl dem der´s Beste nicht verlor,
im Kampf des Leben´s - den Humor :)

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4

Sonntag, 20. Juli 2008, 21:58

Klar, das Gelege könnte auch im Herbst befruchtet worden sein. Was ist deine Vermutung? Dass die Eier im Körper des Weibchens über die Wintermonate Schaden nehmen?

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  • »Hildchen« ist weiblich
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Beiträge: 3 449

Vorname: Renate

Arten: THB

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5

Montag, 21. Juli 2008, 09:09

Hallo,
mit Sicherheit ( nicht 100%ig ) stammen die ersten Gelege aus der Herbstpaarung.
Aber, warum ist die Qualität der ersten Gelege so schlecht ?
Wenn ich die ersten Gelege auswerte, komme ich auf folgendes Ergebnis:
Hilde - 9 Eier / befruchtet 7 / geschlüpft 6
Alba - 4 Eier / befruchtet 4 / geschlüpft 4 / !!!!!
Berta - 5 Eier / befruchtet 3 / geschlüpft 2
zweites Gelege
Hilde - 5 Eier / befruchtet 5 / geschlüpft 5
Alba - 4 Eier / befruchtet 4 / geschlüpft 4
Berta - noch nicht soweit aber alle 4 Eier befruchtet
war letztes Jahr ähnlich z.B. Hilde 7 Eier / alle 7 nichts

Tja, vielleicht sollte man tatsächlich die ersten Gelege nicht bebrüten.
Allerdings bei Alba gibt es nie Probleme.
Das sagt mir, daß es doch an den Weibchen liegen muß.
Alle meine Damen haben die gleichen Bedingungen.
Sofort nach der WS gutes Futter, Licht und Wärmelampe im Frühbeet.

lg
Renate
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Johann Wolfgang von Goethe

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christine61

unregistriert

6

Montag, 21. Juli 2008, 12:10

Hallo!
Könnte es mit der Qualität der Überwinterung zusammenhängen, dass die Tiere einfach noch nicht so richtig gut drauf sind?
Ich kenne einen Fall, da waren in fast allen erstgelegten Eiern abgestorbene Jungtiere drinnen. Die Tiere wurden zur Zeit der Eiablage gerade entwurmt.
Wirkt sich Stress so aus?
Wenn die Tiere z.B. noch recht eng auf geringen Platz im Frühbeet gehalten werden (weil draußen noch zu kalt), Männchen und Weibchen gemeinsam, könnte das Auswirkungen auf die Qualität der Eier haben? ?(
lg
christine

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7

Montag, 21. Juli 2008, 13:29

Entwurmt werden meine zur Zeit der Eiablage nicht. Stress durch Platzmangel dürften sie auch nicht haben. Es steht ein Gewächshaus und ein 1x2m Frühbeet zur Verfügung. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, draußen herumzulaufen, was sie auch tun. Aber natürlich ist der Boden draußen vergleichsweise kalt, daher meine Überlegung, dass es an der Temperatur liegen kann.
Warum seid ihr so sicher, dass die Erstgelege schon im Herbst befruchtet wurden?
Möglich, dass die schlechte Qualität der Erstgelege mit der Überwinterung zu tun hat. Vielleicht dauert sie zu lange? Meine überwintern im Schnitt 4,5 Monate. In ihrer Heimat wäre die Starre sicherlich kürzer.

Renate, vielleicht interessiert dich meine Aufstellung:
Erstgelege
Weibchen1: 4 Eier, keins geschlüpft
W2: 6 Eier, 2 unbefruchtet, 4 geschlüpft, davon eins mit zu großem Dottersack gestorben
W3: 5 Eier, 2 geschlüpft
W4: 9 Eier, keins befruchtet
W5: 5 Eier, alle geschlüpft
Zweitgelege:
W1: 6 Eier, alle geschlüpft
W2: 5 Eier, noch im Brüter, alle befruchtet
W3: nicht ausgebrütet
W4: 11 Eier, alle befruchtet
W5: 5 Eier, alle befruchtet
Drittgelege
nicht ausgebrütet

Grüße :winken: ,
Gunda

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8

Montag, 21. Juli 2008, 14:40

Hallo,

im Herbst kann eine Paarung erfolgt sein, aber nicht die Befruchtung. Die Spermien werden im Eileiter gespeichert und die Befruchtung (in diesem Fall Vorratsbefruchtung) erfolgt immer erst NACH dem Eisprung. Der Eisprung findet immer erst nach der Winterstarre statt, denn was danach kommt - Anlagerung von Eiklar, Schalenbildung - geht einfach seinen Gang und kann nicht mehr durch eine mehrmonatige Winterstarre unterbrochen werden. Was schon im Vorjahr stattfindet ist das Follikelwachstum IN den Eierstöcken. Das Weibchen wacht quasi mit fast sprungreifen, eidottergroßen Follikeln aus der Winterstarre auf. Bei günstiger zeitlicher Koordination können nach dem Erwachen aus der Winterstarre sich die Weibchen nochmal mit den Männchen paaren, im Idealfall um die Zeit des Eisprungs herum (ca. 10-14 Tage vor der Eiablage). Wenn nicht, dann greift die Vorratsbefruchtung. Spermien aus dem Vorjahr kommen zum Einsatz und da kann es sein, dass das nicht für eine hundertprozentige Befruchtungsrate ausreicht. Idealer ist natürlich eine Paarung zum richtigen Zeitpunkt.
So lässt sich schon erklären, dass Zweitgelege eine bessere Befruchtungsrate aufweisen können als Erstgelege. Bei ganz optimaler Haltung und Wärmezufuhr müssten aber auch die Erstgelege gut befruchtet sein. In freier Wildbahn besteht, so vermute ich, kein solcher Unterschied zwischen Erst- und Zweitgelegen.

Überlegt mal: Hatten sich eure Weibchen im "kritischen" Zeitraum vor der ersten Eiablage gepaart? Oder fanden Paarungen eher dann statt, als es für die Befruchtung des Erstgeleges schon zu spät war, aber das Zweitgelege von den frischeren Spermien noch profitieren konnte?

Abgestorbene Embryonen aber haben nichts damit zu tun, ob Vorratsbefruchtung oder Befruchtung durch Paarung zum optimalen Zeitpunkt stattfand. Das liegt auch selten an der Inkubation. Das hat am ehesten etwas mit der Eiqualität zu tun. Unser Frühjahr ist suboptimal und manchmal mag es auch die Überwinterung sein.

Gruß
Annemarie
Signatur von »Annemarie«

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  • »Amadeus« ist weiblich

Beiträge: 326

Arten: Griechische Landschildkröten Thb

Wohnort: BaWü

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9

Montag, 21. Juli 2008, 14:46

Hallo Renate,
meine Dame legt erst seit 3 Jahren Eier, deshalb nur ne kurze Zusammenstellung:
2005 nur ein Gelege mit 2 Eiern, 2 x unbefruchtet
2006 auch nur ein Gelege mit 4 Eiern, 2 x unbefruchtet, 2 x kleine :turtle
2007 erstes Gelege 5 Eier, davon 1 kleine :turtle , zweites Gelege 7 Eier davon 5 kleine :turtle
2008 erstes Gelege 4 Eier, sind noch im Brüter, auf das zweite Gelege warte ich noch, falls das noch was wird :S:
Signatur von »Amadeus« Gruß Diana :walk:

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10

Montag, 21. Juli 2008, 15:24

Liebe Annemarie, nach diesen Infos habe ich schon lange gesucht! Vielen Dank für deine Erläuterungen!
Aber wie so oft wirft eine Antwort gleich wieder neue Fragen auf.
Während der Zeit der Eiablage verhalten sich meine beiden Männchen ziemlich distanziert, und sie lassen die Weibchen in Ruhe ihrem Eiablagejob nachgehen. Erst sobald das letzte Gelege versenkt ist, werden die Männchen munter, es beginnen die Balz- und Paarungsaktivitäten, die bis in den Herbst hinein dauern. Eine Paarung vor dem Zweitgelege ist daher ziemlich unwahrscheinlich. Obwohl - man steht ja nicht Tag und Nacht neben dem Gehege...
Ist es möglich, dass erst beim zweiten Eisprung auf die Spermavorräte zugegriffen wird? Dass die Eier des Erstgeleges leer ausgehen?
Balzereien vor der ersten Eiablage beobachte ich hin und wieder, aber die Männer gehen längst nicht so zur Sache wie im Spätsommer.

Grüße,
Gunda

Der Inhalt dieses Beitrags spiegelt lediglich die Meinung des Benutzers gunda verfasst am Montag, 21. Juli 2008, 15:24 Uhr wider, nicht aber die der Forenbetreiber, Administratoren und Moderatoren des Forums, welche sich hiermit ausdrücklich von diesem Beitrag distanzieren. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung


11

Montag, 21. Juli 2008, 16:16

Hallo Gunda, hallo Mitleser,

ich habe am Inkubationsprojekt teilgenommen bzw. führe es für Testudo horsfieldii fort.
http://www.schildkroeten-stammtisch-rhei…=9&limitstart=9
Hier ein paar allgemeine Infos und die Zusammenfassung der speziellen Auswertung für horsfieldii 2005-2007.
Im August 2007 erschien in der Radiata ein längerer Artikel.

Wie gesagt, für horsfieldii sammle ich auch dieses Jahr, je nach Interesse auch noch nächstes Jahr Daten. Längst werte ich nicht mehr nur Daten, die mit der Inkubation direkt zu tun haben aus, sondern ich finde vor allem die Daten drum rum sehr interessant. Eiablagetermine, Zeitabstände, Gelege- und Eizahlen, Gewichte, Befruchtungsraten, Haltung etc.
Ich muss aber gestehen, das, was in diesem Thread angesprochen wurde, habe ich noch nicht ausgewertet, auf diese Idee bin ich noch nicht gekommen! (Und ich dachte, ich hätte alles ausgerechnet, was sich ausrechnen ließe ;-) )

Angeregt durch diese Fragestellung habe ich jetzt gerade diese Fragebögen wieder rausgekramt und bin alle drei Jahre nochmal durchgegangen. Und was muss ich sagen? Bei horsfieldii gibt es ganz offenbar keine eindeutige Tendenz zu unterschiedlichen Befruchtungsraten bei Erst- und Zweitgelegen. 2007 scheint die Befruchtungsrate sogar etwas abzusinken, 2006 war sie konstant und 2005 hat sie tendenziell zugenommen, aber die Unterschiede sind eher geringfügig. Also habe ich die Daten aller drei Jahre zusammengerechnet, hier bitte:
Erstgelege, 318 Eier, Befruchtungsrate 81 %, abgestorbene Embryonen 8,5 %.
Zweit- und Drittgelege (horsfieldii haben eher selten Drittgelege, darum habe ich es zusammengerechnet) 297 Eier, Befruchtungsrate 81% (!!), abgestorbene Embryonen 9,6 %.

Leider wurden die Fragebögen von Thb im Hinblick auf diese Fragestellung nicht ausgewertet. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Ergebnisse hier auch hätten anders ausfallen können, denn die Paarungsaktivitäten verteilen sich bei Thb zeitlich anders als bei horsfieldii. Bei horsfieldii sind die Weibchen etwa 2-4 Wochen nach dem Erwachen aus der Winterstarre paarungsbereit und man muss darauf achten, dass es dann warm genug ist und die Männchen gut in Form ;-) Dann genügt eine einzige Paarung für eine gute Befruchtungsrate bei allen Gelegen der Saison. Die Männchen balzen zwar auch später im Jahr, aber die Weibchen sind nicht mehr wirklich paarungsbereit. Mit Thb kenne ich mich nicht aus. Ich vermute aber auch hier, dass der Schlüssel eher bei den Weibchen liegt und dass wir Halter sehr darauf achten sollten, wann die Weibchen bereit sind (die Männchen sind es zwar nicht immer, aber doch häufiger!). Wenn das Weibchen paarungsbereit ist, dann ist es mit Sicherheit ein guter Zeitpunkt. Erzwungene Paarungen, so vermute ich, sind weniger effektiv.

Nochmal zurück zur Statistik: Man muss sehr aufpassen, wenn man aus den eigenen Erfahrungswerten und denen von zwei, drei anderen Haltern Schlüsse zieht. Zu leicht sind sie subjektiv verfälscht. Eine große Rolle spielen auch Jahreseffekte bzw. das Wetter im jeweiligen Jahr. Dann kann es gut sein, dass das was für ein Weibchen zutrifft auch noch für 2, 3 andere passt. Aber du kennst die 10 anderen Weibchen nicht, bei denen es genau umgekehrt ist. Oder meine Erklärung oben passt zwar für euer Problem, aber bei einer anderen Schildkrötenart ist es dennoch anders - z. B. könnten die Befruchtungsraten bei horsfieldii durchaus vom 1. bis zum 3. Gelege tendenziell abnehmen, da meist nur einmal nach der Beendigung der Winterstarre gepaart wird und dann nicht mehr. Meine Statistik stützt sich zwar auf rund 600 Eier, aber die Auswahl der Züchter war nicht repräsentativ, also sind die Ergebnisse nicht als gesichert, sondern nur als Tendenz zu werden. Es könnte an der Haltung liegen: Mal nehmen die Befruchtungsraten im Jahresverlauf zu, in anderen Haltungsformen vielleicht ab - so differenziert kann ich nicht auswerten. So hat alles seine Tücken, aber grundsätzlich ist es gut und interessant, sich Gedanken zu machen. Und schlechte Befruchtungsraten haben ihren Grund, ganz sicher. Wenn es aber nicht ums Allgemeine geht, sondern um einzelne Tiere, dann muss man die tatsächlichen Gründe auch bei den einzelnen Tieren suchen. Die Gründe können ganz unterschiedlicher Natur sein.

Aber: Egal welche Schildkrötenart, schlechte Befruchtungsraten sind immer ein Zeichen schlechter Koordination zwischen den Geschlechtern. Da hilft nur gute, gezielte Beobachtung. Ich bin mir auch sicher, dass es bei Thb nicht anders ist als bei horsfielidii: Eine gelungene Paarung pro Saison reicht im Grunde für gute Befruchtungsraten aus. Vielleicht ist mehr davon manchmal schon zu viel des Guten.

Gruß
Annemarie

PS.: Ich freue mich immer, wenn noch der eine oder andere einen Fragebogen zurückschickt, der das bisher nicht getan hat.
Wie gesagt, ich werte nur horsfieldii aus, bei den anderen Testudoarten ist das Projekt beendet.



Zitat

Signatur von »Annemarie«

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  • »Piacenza« ist weiblich

Beiträge: 732

Vorname: Anna

Arten: thb tm

Wohnort: Kleinenbroich

Beruf: Kauffrau

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12

Montag, 21. Juli 2008, 23:15

Hallo zusammen,

2 meiner alten Damen haben am 01.06 jeweil 7 bzw. 8 Eier gelegt. Bisher habe ich noch keine 2. oder gar 3. Gelege finden können. Ich besitze nur THB im geschlechtsreifen Alter. Die Marginatas brauchen noch ein paar Jährchen.

Im Frühjahr habe ich 3 13 jährige Nachzuchten von mir zu einem anderen adulten THB-Männchen gesetzt um Inzucht zu vermeiden. Bisher hat nur 1 davon am 06.06. ein Glelge mit 7 Eiern gelegt. Die 2 anderen Mädels haben bisher noch nicht gelegt, obwohl ich zumindest bei einem dieser Weibchen eine erfolgreiche Kopulation mit dem Männchen beobachten konnte. Aber leider fehlt mir die Zeit um die Tiere immer beobachten zu können. Das Männchen habe ich vor 2 Wochen leider separieren müssen, da die 2 Mädels, die bisher noch nicht gelegt hatten derart stark von ihm belästigt wurden, das sich im Analbereich schon wunde Stellen befanden.

Jedenfalls werde ich an dieser Stelle gerne über den Bruterfolg berichten. Dieses Thema ist auch für mich äußerst interessant.

LG
Anna

Der Inhalt dieses Beitrags spiegelt lediglich die Meinung des Benutzers Piacenza verfasst am Montag, 21. Juli 2008, 23:15 Uhr wider, nicht aber die der Forenbetreiber, Administratoren und Moderatoren des Forums, welche sich hiermit ausdrücklich von diesem Beitrag distanzieren. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung