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Dienstag, 10. Januar 2006, 15:49

Melde-und Dokumentationspflicht....

Das sollte man unbedingt lesen.....

Einen brisanten Bericht in der "Reptilia" im Februar.........

Sabine und Thomas, könnte man das *kein gutes Timing!* nicht hier rein kopieren?

:turtle Angela :turtle

Der Inhalt dieses Beitrags spiegelt lediglich die Meinung des Benutzers Angela verfasst am Dienstag, 10. Januar 2006, 15:49 Uhr wider, nicht aber die der Forenbetreiber, Administratoren und Moderatoren des Forums, welche sich hiermit ausdrücklich von diesem Beitrag distanzieren. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung


Beiträge: 615

Vorname: Thomas & Sabine

Arten: Köhlerschildkröten, Argentinische Landschildkröten

Wohnort: Filadelfia, Paraguay

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Dienstag, 10. Januar 2006, 16:17

Hallo Angela,

also dann mal los. Eigentlich wollten wir noch warten, bis der Artikel erschienen ist, damit man die Fakten schriftlich beeinander hat. Da sich aber inzwischen das Vorhaben doch langsam rumquatscht und anscheinend zumindest ein Sachbearbeiter einer Artenschutzbehörde es nicht abwarten kann und jetzt schon keine Lust mehr auf Fotodokumentation hat, gab es im Blauen eine Diskussion zum Thema.

Unser Beitrag dort dazu:

Es ist richtig, dass die DGHT wieder einmal versucht, an der Meldepflicht und sogar langfristig an der Fotodokumentationspflicht für gängige Testudo-Arten zu fummeln. Das ist nicht neu, aber diesmal scheint es ernster zu werden, weil das Bundesamt nun leider auch auf diesem Horrortrip ist. In der nächsten Reptilia (Februar 2006) steht ein ausführlicher Artikel von uns über die verschiedenen Möglichkeiten, das durchzusetzen und die daraus folgenden negativen Konsequenzen.

Nur so viel sei gesagt, wenn der Schwachsinn durchkommt, ist es wieder möglich, sich in Griechenland oder Italien den Kofferraum voll wild gefangener adulter Schildkröten zu packen und ohne Grenzkontrolle direkt bis nach Hamm auf die Börse zu fahren. Dies wäre eine dramatische Situation für die wild lebenden Populationen. Auch den Züchtern, die jetzt angeblich wegen der hohen Bescheinungspreise und des hohen Fotoaufwandes nicht mehr züchten, sei gesagt, wenn das durchkommt, werden sie die Nachzuchten nicht mal mehr verschenken können. Schließlich sind dann ja endlich wieder adulte Weibchen in unbegrenzter Stückzahl verfügbar.

Welcher Rattenschwanz für uns Liebhaber noch dran hängt, abgesehen davon, dass es auch genügend Szenarien gibt, wo man dann mit seinen "nicht mehr legitimierten" aber dennoch gezüchteten Schildkröten mit einem Bein im Knast steht, all das steht in der nächsten Reptilia.

Das noch zu verhindern, wird eine große Herausforderung für uns Schildkrötenliebhaber. Und die, denen eine einmalige Ausgabe für den Nachweis einer legalen Nachzucht zu teuer ist, denen sollte man ohnehin keine Schildkröten verkaufen. Dann ist es das Frühbeet, die Ultravitalux und der Tierarztbesuch nämlich auch. So wie es eben in 70er-Jahren auch war. Dann kaufte man eben auch lieber eine neue Schildkröte, wenn die alte billige kaputt war.

...

Wir haben natürlich vor der Abgabe des Artikels versucht, mit der AG-Schildkröten zu sprechen. Diese unterstützt leider das Vorhaben und war zu keinerlei Gesprächen bereit. Auch unsere Bitte, dass das doch mit den Mitgliedern diskutiert werden müsste und der Artikel deshalb vor der Jahrestagung in die Minor solle, wurde auf die lange Bank geschoben. Eine Veröffentlichung nicht ganz abgelehnt, aber auch kein Termin zugesagt.

Wir wandten uns daraufhin an die Reptilia und gaben Heiko Werning den Artikel frei, sich damit an die DGHT zu wenden, um eine Stellungnahme zu erbitten.

Stellt sich die Frage, was kann man im Vorfeld machen? Wir würden erst einmal abwarten, ob die DGHT eine Stellungnahme abgeben hat und wenn ja, wie diese aussieht. Zusätzlich sollte das Thema unbedingt auf der ohnehin stattfindenden Mitgliederversammlung der AG-Schildkröten besprochen werden. Und da sollte man sich nicht mit irgendwelchen Larifari-Aussagen zufrieden geben, sondern ein ganz klares "Ja" oder "Nein" einfordern. Auch muss da einmal festgestellt werden, ob die Nachzuchtstatistik, die ja für dieses Ansinnen als Grundlage diente, nicht missbraucht worden ist.

Wenn die DGHT-Muttergesellschaft dann immer noch nicht bereit ist, dem Bundesamt für Naturschutz die Empfehlung auszusprechen, das Vorhaben zu begraben, bleibt nur, sich selbst an das Bundesamt zu wenden. Damit das aber gehört wird, muss eine möglichst große Unterstützung durch möglichst viele Schildkrötenleute dahinterstehen. Andernfalls wird es kaum möglich sein, ein Umdenken beim Bundesamt zu erwirken, wenn die größte Interessengemeinschaft das Vorhaben befürwortet.

Schade ist, dass diese ganze Sache schon vor Jahren ausdiskutiert worden ist. Bereits zu Beginn des Jahres 2000 war die Idee schon einmal aktuell. Wir hatten dann ein langes Gespräch mit dem damaligen und heutigen Vorsitzenden der DGHT (Ingo Pauler), der dann aber aufgrund unserer Argumente sowie der mangelnden Unterstützung der AG-Mitglieder diesen Gedanken verwarf. Umso unglaublicher, dass jetzt dieser Kniefall vor dem (illegalen) Handel gemacht wird!

Wir hoffen wirklich, dass das noch abgebogen werden kann. Das würde ansonsten der größte artenschutzrechtliche Fehler seit Bestehen der internationalen Abkommen sein. Man darf einfach nicht vergessen, dass der Markt für billige Landschildkröten in Deutschland bzw. weiten Teilen der EU unersättlich ist!

Entschlossene Grüße
Thomas & Sabine
Signatur von »Vinke« Mitherausgeber der Zeitschrift "Schildkröten im Fokus"

Der Inhalt dieses Beitrags spiegelt lediglich die Meinung des Benutzers Vinke verfasst am Dienstag, 10. Januar 2006, 16:17 Uhr wider, nicht aber die der Forenbetreiber, Administratoren und Moderatoren des Forums, welche sich hiermit ausdrücklich von diesem Beitrag distanzieren. Sollte dieser Beitrag Ihre Rechte verletzen bitten wir um Benachrichtigung


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