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Cordula61

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Beiträge: 2 819

Vorname: Cordula

Arten: 1.4.0 THHercegovinensis

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Montag, 25. Januar 2016, 21:00

Starre im Freiland mit Frühbeet/Gewächshaus



Voraussetzungen:

- Einen frostfreien Bereich im Frühbeet oder Gewächshaus (idealer Standort: sonnig)
- Eine Grube, 60 bis 80 cm tief
- Stromanschluss
- Der Bereich muss wasserfrei sein (Achtung Hochwassergebiete!)


Bau der Grube:


Die Möglichkeiten, wie man die Grube im Frühbeet/Gewächshaus baut, können unterschiedlich sein. Ziel ist es, einen frostfreien, Fressfeinde-sicheren Bereich zu schaffen, in dem sich die Tiere vergraben können.

Die Grube wird 60 bis 80 cm ausgeschachtet, die Seiten mit z.B. Gehwegplatten gesichert oder mit Beton ausgegossen und von außen seitlich mit Styrodurplatten gesichert.
Oft wird unten eine Drainage gelegt und mit einem Hasendraht gegen Fressfeinde gesichert.
Einige Halter benutzen auch Mörtelwannen, die als Schutz vor Nässestau Löcher in den Boden bekommen.
Wenn die Gefahr besteht, dass Grundwasser steigt, bekommen die Wannen keine Löcher und schützen so die Grube vor Nässe.
Mit einer solchen Wanne ist auch bei ansonsten zu nassen Böden eine Überwinterung im Frühbeet/Gewächshaus möglich.
Zum Eingraben reicht diese Tiefe, da ja Frühbeet/Gewächshaus frostfrei gehalten werden.
Als Substrat kann man ganz einfach ungedüngte Gartenerde oder Maulwurferde nehmen.
Viele Halter stellen über die Grube ein Schlafhaus, welches dann mittels Heizmatte frostfrei gehalten werden kann - gerade im Gewächshaus hat das den Vorteil, nicht das gesamte Gewächshaus heizen zu müssen.
Um bei starkem Frost Minusgrade zu verhindern, ist es empfehlenswert, einen Frostwächter oder Elsteinstrahler zu installieren. Die Geräte können z.B. mit einem UT200 auf die gewünschte Temperatur eingestellt werden.

Durchführung der Starre:

Die Vorbereitung der Tiere zur Starre machen diese zum großen Teil selber.
Wie immer, steht ihnen zum Baden und Trinken natürlich frisches Wasser in flachen Schalen zur Verfügung. Futter wird immer angeboten, solange die Tiere noch zu sehen sind. Die Tiere wissen am besten, was gut für sie ist, z. B. wann sie noch Nahrung zu sich nehmen und wann nicht.
Viele Halter lassen die Tiere dann, wenn diese anfangen sich einzugraben, nicht mehr in das gesamte Freigehege, da es schwierig werden kann, sie wiederzufinden und es dann zu einer ungeschützten Freilandüberwinterung kommt.
Die eingestellten Mindesttemperaturen sollten im Oktober Nachts 12 Grad betragen, im November wird dann nur noch 5 Grad eingestellt.
Die Brenndauer angebotener Strahler wird schrittweise reduziert
Sind die Tiere länger als 2 Wochen verschwunden, deckt man eine dicke Laubschicht oder Stroh über den Starrebereich.

Ab und zu kontrolliert man, ob die Erde noch feucht ist und alle Tiere starren.
Natürlich muss man die Temperaturen regelmäßig im Auge behalten, dieses kann man gut mittels eines Funkthermometers und einzelnen Sensoren, die man auch in die Erde platzieren kann.
Der automatische Deckelheber wird vor dem Frost ausgebaut.




Das Frühbeet kann bei starker Kälte noch von außen mit Noppenfolie oder Styrodur/Styroporplatten isoliert werden.











Ende der Starre:

Anfang März (bzw. je nach Region früher oder später) entfernt man die Isolierung (wie Noppenfolie) des Frühbeetes/Gewächshauses. So kann die Sonne das Frühbeet/Gewächshaus erwärmen und die Tiere kommen -je nach Wetter- im März/April aus der Erde. Werden die Überwinterungsquartiere um diese Zeit nicht von der Sonne erreicht, sorgt eine künstliche Wärme- und Lichtquelle für das nötige Klima zum Aufwachen und zum Warmwerden. Da die Tiere, die selbständig die Starre beenden, das zu einer Zeit tun, in der es warm genug ist, und dann auch sofort oder ziemlich bald die wärmste Stelle aufsuchen, bietet man bei sonnenlosen Aufwachorten ab Mitte März (je nach Region) wieder künstliche Wärme an, spätestens, wenn das 1. Tier aufgewacht ist. Wie in der Sonne, so sollen auch die Tiere ohne Sonne die Möglichkeit haben, sich schnell aufwärmen zu können, um ihren Stoffwechsel in Gang zu bringen und angesammelte Giftstoffe schnell ausscheiden zu können.
Es ist jedoch anzustreben, einen günstigen Standort von Gewächshaus/Frühbeet zu wählen, denn dann heizt sich dieses ausreichend auf, um die Schildkröten zum Leben zu erwecken und ihren Organismus zu mobilisieren.
Selbstverständlich wird ab dem Zeitpunkt, wenn das erste Tier wieder auftaucht, frisches Wasser zum Trinken und Baden angeboten!

Irgendwann ist es dann so weit: Unsere Schildkröten dürfen wieder ins Freie! Eine neue Saison beginnt!

Danke an Hannelore für die Bereitstellung der Fotos und für ihren Textbeitrag!
Signatur von »Cordula61« :winken: :walk: Besuch uns mal im Chatwood-forest :tanne2:
Liebe Grüße
Cordula

Dieser Beitrag wurde bereits 11 mal editiert, zuletzt von »Cordula61« (25. Januar 2016, 22:49)
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